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- KUNST: 73. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald

11.04.18 19:30 Uhr | KulturSaal | Vortrag | Eintritt: Frei

Veranstalter: VVN-BdA Kreisvereinigung Kassel

 Die Präsentation wurde im Sommer 2017 zum ersten Mal im öffentlichen Programm der documenta14 einem internationalen Publikum vorgestellt.

„Kunst und KZ Buchenwald – Kunst als Mittel zum Überleben und Widerstand“

Im Zentrum stehen einerseits die Ausnutzung der kreativen und künst- lerischen Fähigkeiten der Häftlinge durch die SS, die in der Holz- und Kunstwerkstatt für ihren Bedarf Schnitzarbeiten und andere Kunstwerke durch Häftlinge herstellen ließen. Bekannt sind die geschnitzten Weg- weiser am Carachoweg oder der Hinweis zu den SS-Kasernen und dem KZ mit den entsprechenden Figuren. Aber auch Alltagsgegenstände (Zi- garrenkisten, Schreibtischgarnituren) und Dekorgegenstände (Koggen) ließen sich die SS-Leute produzieren. Aber auch für sich selber stellten die Häftlinge Holzschnitzereien her, wie die verschiedenen Schachspie- le oder die berühmte Plastik von Bruno Apitz „Das letzte Gesicht“ zeigen. Die zweite Ausdrucksform waren Zeichnungen und das grafische Werk, mit dem die Künstler einerseits die Lagerwirklichkeit zu erfassen ver- suchten, zum anderen durch ihre zahllosen Porträts dazu beitrugen, dass Häftlingen, die später im Lager ermordet wurden oder durch die Haftbedingungen starben, damit ein persönliches Denkmal gesetzt wur- de, sie somit dem Vergessen entrissen werden konnten. Zu den be- kanntesten Namen, die in der Präsentation gezeigt wurden, gehören der deutsche politische Häftling Herbert Sandberg, der Niederländer Henri Pieck, die Franzosen Paul Goyard und Boris Taslitzky, die polnischen Häftlinge Karol Konietzny und Zdenek Adla und viele andere, deren Zeichnungen und Bilder überliefert sind. Mit einfachsten technischen Mitteln, oftmals auf der Rückseite von gebrauchten Papierseiten skiz- zierten sie mit Bleistift, Kohle, Rötel, selten mit Tusche oder gar Aqua- rellfarbe ihre Eindrücke.

Bildende Kunst in ihren verschiedenen Ausdrucksformen half in der Zeit der KZ Haft den Häftlingen zum Überleben und war Medium, die eigene Widerständigkeit zu zeigen.

Nach der Befreiung der Häftlinge war die Bildende Kunst eine Form, das Unsagbare sichtbar zu machen. Überlebende bearbeiten auf diese Weise die Bilder in ihrem Kopf. Präsentiert wurden künstlerische Verar- beitungen von Josef Szajna (Polen), Boris Lurie, der in New York sogar in einer Künstlergruppe arbeite, und Fischel Lidermann, der in Frankfurt lebte.

Wie weit künstlerische Verarbeitung auch die Erinnerungskultur beein- flusst, zeigt sich am Beispiel der Figurengruppe von Fritz Cremer vor dem Glockenturm in der Gedenkstätte und der Gedenkplatte von Horst Hoheisel und Andreas Knitz auf dem Appellplatz. Dabei stellt sich auch die Frage, in welcher Form das Mittel der bildenden Kunst ein Zugang zu einer für Nachgeborene nur schwer nachzuvollziehende Wirklichkeit sein kann. 

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